Gepflegt Rumschnöseln im Gewerbegebiet

Frischeparadies. Das ist schon was ganz besonderes hier mitten in diesem Pseudo-Gewerbegebiet am allerletzten Ende der traurigen Eldenaer Straße, in der es sogar Lidl schafft, die Straße aufzuwerten.

Feinkost. Feine Sachen. Fischfrisch. Frischfisch. Fischer Fritze fickt fische Frische. Fischers Ficke fritzt frische Fische. Fische Frische fickt Frischers Fick. Aaaaaaah!

Jetzt ist aber gut.

Ja. Wenn man es mal richtig krachen lassen will, mal richtig teures feines Zeug auftischen will, so richtig fischen Frisch fi …

Is gut!

… braucht oder einfach mal wieder so richtig schön sinnlos sein Konto rasieren will, damit die Familie den Rest des Monats altes Brot mit Lidl-Mortadella fressen muss, dann ist man hier richtig, goldrichtig.

Viele denken, das Ding steht in Prenzlauer Berg, des Schnöselfaktors wegen, ist aber nicht so. Ist Friedrichshain. Ganz knapp, Bionadeland, ganz knapp, wie schade. Ich weine Tränen. Krokodil anyone? Stimmt gar nicht.

Nein, schön, toll, schnöselig, gehoben, teuer, zentimeterdick geschminkte glänzende Matronen, die ich Zehlendorf erwartet habe, aber nun plötzlich hier sehe, mit Cayenne auf dem Parkplatz. Den würde ich hier nachts nicht stehen lassen, es ist immer noch Friedrichshain hier. Auch gelogen. 🙂

Und doch vermisse ich was. Ich wollte mal ein paar Scheiben Angus-Rind. Das gibt es jedoch nur in sinnlos dicken kiloschweren metroesken Paketen, die einem niemand zurechtschneidet, die man auch nur in diesen sinnlosen schweren Paketen kaufen kann, genau wie all das andere Fleisch, das gut ist, aber nicht besonders verbraucherfreundlich portioniert. Wieso geht das beim Fleisch nicht so wie bei dem Frisch Fischers Fritze Fisch Fick …

Aufhören!

… bei dem Frisch Fritze Fi …

Ja doch! Is gut! Stop it! Silence! I kill you!

… nebenan, da wird der Fisch ja auch portioniert wie man es braucht.
Das fehlt. Ich will ne Fleischtheke, hinter der einer steht, dem ich sage „Vier unverschämt dicke Scheiben Angushüfte bitte und dazu zwei Scheiben extra massiertes und mit Bier beträufeltes Filet vom Sylter Salzwiesenlamm oder – rind oder -huhn – oder -kackapfelpferdkopfrebhuhn.“

Und der schneidet mir das dann zurecht. Wenn schon Schnösel, dann richtig.

Frischeparadies! Du bist doch teuer genug. Du verdienst doch ordentlich, wenn ich mir das aus Yoga-City rübergeschwappte Publikum und deren randvolle Einkaufswagen so anschaue. Dann stell doch einen Fleischfachfischersfritze ein, der Fleisch schneidet. Dann wär’s perfekt. Nur dann.


FrischeParadies Lindenberg
Hermann-Blankenstein-Straße 48
10249 Berlin