Engagierte und motivierte Mitarbeiter für umme

Neulich in Berlin-Treptow:

Engagiert Motiviert Minijob

Ich übersetz das mal:“Ich hab keinen Bock, Steuern und Sozialabgaben für diesen lausigen Thekenjob zu bezahlen, deswegen sind mehr als zwei Tage die Woche nicht drin, weil für den Rest bis einschließlich Samstag nehm ich mir zwei andere Tagediebelöhner, die mir das Jobcenter schickt und von denen ich mir auch wieder alle Abgaben spare, so dass mir von der Kugel Eis für 1 Euro eine höhere Marge übrig bleibt als das bei Festangestellten der Fall wäre.

Und damit tue ich auch noch was Gutes, weil ich so ganze drei Menschen aus der Arbeitslosenstatistik herauscaste, wofür mir jeder dankbar sein muss, dessen Mandat von solchen Statistiken abhängt.

Und wenn die Minijobber davon ihr kümmerliches Leben nicht bestreiten können, sollen sie doch mit Hartz IV aufstocken – dafür ist das ja da – oder sollen sie sich doch meinetwegen ein, zwei, drei, vier anderer solcher Mikrojobs an Land ziehen, für die sie jedesmal quer durch die Stadt fahren müssen.

Oder sollen sie doch einfach nur Kuchen essen, meine Güte. Ich hab die Regeln nicht gemacht.

Ja, natürlich, ich weine ganze Krokodile an Tränen, aber mehr als zwei Tage die Woche für einen traurigen Aufstockerlohn ist bei mir nicht drin, dafür erwarte ich dann aber subito ein Lächeln und Freundlichkeit und Schnelligkeit und Dankbarkeit in Ewigkeit. Amen.“


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