Unter Lehrern

Konzertsaal Hardenbergstraße

Politisches Kabarett im Konzertsaal der Universität der Künste. Uargh, das wird sicher alles, nur nicht vergnügungssteuerpflichtig, wenn ich mir diese Ansammlung angegrauter heilig-ernst-linker Pädagogengesichter anschaue, die sich hier versammelt haben, um in gemeinsamer Bitterfotzigkeit der Welt übel zu nehmen.

UdK. UdK. Ich erinnere mich, dass ich vor Jahren mal auf einer Party war, die von Unmengen blasierter UdK-Schnöselkindern und ihrem schnöseligen Anhang gekapert war. „Wir sind jetzt nicht mehr HdK, dädädä, wir sind UdK, eine richtige Universität, dädädä, keine Hochschule mehr, das wurde ja Zeit, dass der Status dieser Einrichtung mal gewürdigt wird. Hochschule, wie das schon klingt.“ schnöselte es hier und schnöselte es dort.

Ich habe mich aus Protest zusammen mit einem anderen deplatzierten Penner ohne Universitätsabschluss mit Rum pur besoffen, auf alle Fragen nach meinem nicht vorhandenen künstlerischen Projekt mit Zitaten der Böhsen Onkelz, Kim Jong Il und Mario Basler geantwortet und am Schluss behauptet, ich sei der nie anerkannte Sohn von Daniel Barenboim und Gudrun Gut.

Das war dann wieder diese Art von Party, bei der ich irgendwann isoliert besoffen irgendwo hinten auf einem Sofa sitze, lautstark die alten Songs von Muse interpretiere, keiner sich traut, mich rauszuschmeißen, aber jeder froh ist, wenn ich irgendwann gehe.

UdK. UdK. Zum Glück ist das keine Hochschule mehr, sondern eine Universität. Hatte gleich viel mehr Spaß am Kabarett deswegen. Trotz altlinker Spaßbremsen. Fühlte mich nämlich elitär. Ausgesucht. Edel. Universitär. Haha. Hochschule. Bah. Nicht auszudenken.

Fünfzehn Mann auf des toten Manns Kiste.

Hey Ho Ballyho.

Und ne Buddel voll Rum.


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