Verarsch mich doch (5)

Verarsch mich doch Eventim

Ich hab mal im Internet bei Eventim Karten bestellt. Veranstaltungskarten. Konzerte und so.

4,90 € Versandgebühren stand da.

Na gut, das wird der versicherte Versand sein, dachte ich in meiner unerschöpflichen Dummheit, die Karten sind ja auch was wert, muss man ja versichern lassen, das, bei der Post wird ja geklaut wie bei den Raben. Ist ja richtig, Vorsicht ist die Mutter von … jaja, sehe ich ja ein, das, sowas.

Angekommen ist ein normaler Brief. Standard. 55 Cent.

What the fuck?

Abgezockt.

Klassisch abgezockt.

Nur gut, dass ich einen Ticketservice in der Nähe habe, der mich nicht nur berät, sondern mir Karten auch ohne irrwitzige Versandgebühr ausdruckt. 4,90 € für nen Popelbrief, meine Güte. Einmal und nie wieder.

Für die Abzocke bezahlt man im Nachgang noch einmal, denn man muss arbeiten: Etwa eine Woche später geht das mit den Mails los:

„Mario Barth im Stadion Luckenwalde! Reservieren Sie jetzt bei Eventim!“

Unten ein Link mit Abmelden. Ich so auf Abmelden.

Wieder eine Mail: „Vielen Dank für Ihre Mail. Wir werden Ihre Anfrage schnellstmöglich beantworten. Bla Bla Salbader.“

Ein paar Tage später wieder so:

„Karl Dall im Baumarkt Finsterwalde! Reservieren Sie jetzt bei Eventim!“

Unten ein Link mit Abmelden. Ich so auf Abmelden.

Wieder eine Mail: „Vielen Dank für Ihre Mail. Wir werden Ihre Anfrage schnellstmöglich beantworten. Bla Bla Salbader.“

Eine Woche später wieder Post:

„Opa Kowalke liest Geschichten aus dem Krieg im Bahnhof Eberswalde! Reservieren Sie jetzt bei Eventim!“

Unten ein Link mit Abmelden. Ich so auf Abmelden.

Wieder eine Mail: „Vielen Dank für Ihre Mail. Wir werden Ihre Anfrage schnellstmöglich beantworten. Bla Bla Salbader.“

Und so geht das jetzt seit Monaten, immer wieder sinnlose Hinweise auf sinnlose Events in der sinnlosen brandenburgischen Provinz nebst Aufforderung zum Bestellen und ich melde mich immer wieder ab. Mal sehen wer den längeren Atem hat.

Wahrscheinlich sitzt am Posteingang von Eventim ein dressierter Orang Utan, dem man beigebracht hat, bei jedem Maileingang sofort auf ENTF zu drücken.

Mir egal, ich gebe nicht auf, irgendwann – wahrscheinlich mit 80 an Schläuchen, Tröpfen und der Schwester am Puls in der letzten Ecke der Abnippelabteilung der Charité – schaff ich es aus dem Spamverteiler von Eventim raus, denn ich werde dort erst wieder bestellen, wenn die FDP die gesetzliche Eventim-Privatmonopol-Bestellpflicht einführt.

Eventim! Viel Spaß weiterhin beim Rasieren der bedauernswerten Landbevölkerung ohne Ticket- oder Theaterkasse im Umkreis von 100 km. Mein Geld gibt es nicht mehr dafür. Ein bisschen bescheuert zu sein ist ja ganz schön, denn dann lebt man fröhlicher, aber so bescheuert bitte auch wieder nicht, denn dann wird man nur arm.


Wer Geld verbrennen möchte ohne es Banken zu geben: Eventim

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