Backanstalt

Backanstalt

Es ist nicht alles schlecht in Prenzlauer Berg, zumindest wenn man sich die verhärmten Biofratzen wegdenkt, die diesen Bezirk flächendeckend bevölkern.

Zum Beispiel hier: Backanstalt – oh nein! Das klingt wie einer dieser fürchterlichen Aufbäcker aus der Brothölle, diese Teiglingjongleure, diese überflüssigen Automatenbediener, die Luftbrötchen verticken, die nach nichts schmecken oder nach Pappe oder nach Styropor oder einfach nur nach Schwamm.

Backanstalt, ein Name, der verwirrt, denn hier wird handgebacken, selbstgefertigt, keine Fabrik, kein Fließband, kein Kamps, keine Gülcan. Dafür sehen die Brötchen aus wie moderne Skulpturen, Knödelkunst, in Stein steht so etwas öffentlich gefördert im öffentlichen Raume herum, kostet sinnloses Subventionsgeld und wird bemalt, betaggt, bekritzelt und bekrittelt. Hier wird es als Brötchen verkauft, jedes Stück ein Unikat, keines sieht aus wie das andere.

Schmeckt aber.

Cashewbrötchen. Schmeckt. Macht satt. Walnussbrötchen. Schmeckt. Macht satt. Feigenbrötchen. Schmeckt. Macht satt. Und gesund ist es wohl auch noch. Muss ja hier, sonst verkauft es sich nicht. Ein, zwei Jahre extra Lebenszeit vor dem Hufehochlegen, in dem man ab und zu mal was Vernünftiges isst, muss schon sein.

Ja, es hat auch Vorteile, in Prenzlauer Berg zu wohnen. Man muss nicht zwingend Unsinn essen zum Frühstück. Es kann auch mal gut sein.

Backanstalt
Schivelbeiner Straße 48
10439 Berlin

 

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