Umbau oder nicht Umbau – wer will das wissen…

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Crap. Der Prenzkebab hat zu. Schon seit Wochen. Der letzte Dönerimbiss in der Pappelallee, der letzte Hackfleischspießkackverwurster, der sich hier noch hielt, ist gegangen.

Schließt.

Vorübergehend.

Wegen Umbau?

– Was?

Wegen Umbau?

– Wie wegen Umbau?

Das war eine Frage.

Ja, wegen Umbau? Man weiß es nicht, vielleicht auch wegen Tiefnebel, Flugschnee, S-Bahn verpasst, Kind krank, als Folge des Hurrikans Sandy oder aus Solidarität mit dem geschlossenen Knaack-Club, nichts genaues weiß man nicht.

Meist ist der Umbau nur vorgeschoben und man eröffnet kurze Zeit darauf als irgendetwas Neues neu, der Pakistani wird ein Inder (kann eh keiner unterscheiden), der Nepalese wird ein Vietnamese (auch das nicht) oder aus der Siffkneipe wird ein Yogazentrum (die Regelumwidmung von Ladenflächen in Prenzlauer Berg).

Prenzkebab ist aber auch ein selten beschissener Name. Wenn schon P, dann hätte ich Pappelkebab genommen, klingt weicher, wenn auch so ziemlich genauso bescheuert.

Prenzkebab ist also zu. Wegen Umbau? Mal sehen was wird, ich plädiere für die Neueröffnung als Prenzcafe oder Prenzbioladen oder mindestens Prenzpilates.

Prenzpilates ist gut. Ist dann auch eine Alliteration und Alliterationen lieben sie hier in Bionadeland, gerne in Kombination mit Deppenapostroph: Susanne’s Suppen Stube (Bio!), Thorben’s Tee Treff (Mate!) oder eben Patrick’s Prenzl Pilates (Nur echt mit Sri Chinmoy!).

Prenzkebab! Mach wieder auf. Bitte. Ich will noch ein paar Siffläden hier sehen, noch ein wenig prekären Döner mit kaltem Gemüse im Keksbrot, ein paar letzte piepsende Daddelautomaten, an denen die letzten Hartz IV-Empfänger der Gegend ihre Stütze verballern, und unbedingt die Palette Sechserträger Becks neben den Kisten Sternburger am Fenster, ohne das alles ist es kein durchschnittlicher Doofdönerstützpunkt dieser Stadt.

Also: Mach wieder auf. Bitte. Du wirst gebraucht.


Prenzkebab
Pappelallee 55
10437 Berlin