Kesselhaus

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Kesselhaus, Club, Prenzlauer Berg

Tanzverbot in Prenzlauer Berg. Kann man die Anzahl der dichtgemachten Clubs noch an zwei Händen abzählen oder muss man anbauen? Es gibt ja wirklich gar nichts mehr zum Abtanzen, überall nur Cocktails, Kuchen, Latte, Latte, Latte, Sushi, Feinkost und Bubble Tea, Bubble Tea, immer wieder Bubble Tea. Die guten Clubs, die was auf sich hielten, wurden entweder mit hohen Mieten rausgemobbt oder gleich per Gerichtsbeschluss gebolzenschusst.

Tanzverbot in Prenzlauer Berg, der Zipfelmützenbezirk bettet sich zur Ruhe und wer zuletzt das Licht ausmacht bekommt morgen keinen Biosellerie zum Frühstück. Das Kesselhaus ist noch da, immer schon die geilsten Parties, immer schon die besten Konzerte, immer schon die dichteste Atmosphäre, immer schon das dichteste Publikum, immer schon die saubersten Klos um 3 Uhr morgens, immer schon die coolste Klofrau der Welt, die immer schon das meiste Trinkgeld von allen Klofrauen dieser Stadt kassiert haben dürfte, immer schon die sehr coole geschmeidig renovierte Fabrikhallenaura mit den Rohren und dem Gestänge und den schönen (Stahl?)Türen.

Und das Geilste: Die spaßbefreiten Zipfelmützenschnarchnasen in ihren Eigenheimen kriegen das Kesselhaus hier nicht raus. Erstens weil hier keiner daneben wohnt, der irgendwie auf irgendwas klagen kann, zweitens weil der Club als Teil der Kulturbrauerei eine Lobby hat und drittens … keine Ahnung, hab ich vergessen, jedenfalls: Ihr kriegt das Kesselhaus hier nicht raus, es bleibt als letzter, wirklich allerletzter Clubstachel in eurer totbefriedeten pastellfarbenen Legolandhölle übrig und wird euch immer daran erinnern wie geil es ist, jung zu sein und zu feiern.

Gute Nacht, husch husch ins Bett, Zipfelmützen, morgen ist auch noch ein Tag.

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