Aki Tatsu


Aki Tatsu, Sushi, Charlottenburg-Wilmersdorf

Wieder eine von diesen tausenden Sushibutzen in dieser Stadt, schnell aufgemacht, schnell eingerichtet, schnell mal Fisch gekauft, schnell noch einen Sushikurs bei der Volkshochschule belegt, schnell einen Kleinkredit beim örtlichen Friedensrichter besorgt und gut is.

Und der Laden rockt und der Laden brummt. Abends ist gerne mal schwer ein Platz zu bekommen. Hat man einen, bekommt man Sushi, das nicht begeistert aber auch nicht enttäuscht. Es dauert ein bisschen bis das mal fertig ist, aber das ist bei Sushi nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen. Nein, das Ding hier ist echt nett, ich bin so dermaßen ambivalent, ambivalenter kann ich gar nicht sein. Brauchen wir so viele Sushibutzen in der Stadt? Muss man so viel Fisch verballern? Gibt es überhaupt noch vernünftigen Lachs, der die Flüsse hochschwimmt? Ist Thunfisch-Maki vertretbar? Sollen die Leute tatsächlich Sushi fressen wie Big Macs? Sollte Sushi wirklich ein Massenprodukt sein zu dem es leider geworden ist?

Wayne?

Interessiert’s?

Was das Aki Tatsu angeht, die machen recht gutes Sushi, nicht immer perfekt, die Inside-Out-Rolle gerne mal ausgefranst an einer Seite als würden dem Mordopfer eines Splatterstreifens die Gedärme aus der Bauchhöhle quellen und manchmal nervt es mich, wenn ein Stück mir ohne dass ich es übermäßig schlecht behandelt habe zwischen den Stäbchen auseinanderbröselt und ich dann mit Daumen und Zeigefinger auf dem Teller rumtitschen muss wonach ich mir wie ein Banause vorkomme und mich frage wie Japaner das machen wenn ihnen der Reis auseinanderfällt, ich kriege den Kram mit den Stäbchen nie mehr in den Mund, wenn er einmal auf dem Teller auseinandergefallen oder – noch besser – komplett in die Unagi-Soße gefallen ist und diese nun für den weiteren Verlauf völlig unbrauchbar macht. Örks. Satz zu Ende. Endlich.

Ach was soll’s… ambivalent. Ja, besser hat das schöne Wort nie gepasst. Okay, Aki Tatsu, kann man machen, gerade hier, viele abendliche Studenten, die hier rumschwirren, können nicht irren. Für die reicht’s offenbar. Für mich auch manchmal, wenn mir nichts besseres einfällt.