Biotopia

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Biotopia, Bioladen, Kreuzberg

Der Wrangel des Wandelkiez … Blödsinn, nochmal … der Wandel des Wrangelkiez lässt sich an Läden wie dem Biotopia ablesen. Diese früher so ziemlich heruntergekommenste aber dafür mit Abstand gemütlichste Gegend Kreuzbergs macht derzeit eine Entwicklung durch wie sie zunächst in Mitte, dann in Prenzlauer Berg und dann in Friedrichshain stattfand: Die der Aufwertung.

Das mag man gut oder schlecht finden, verhindern kann man es wohl nicht. Der Wandel geschieht schleichend. Vor noch 15 Jahren hier noch undenkbar: Restaurierte Fassaden, ein townhouseartiger Neubau, Latte Cafes, hochpreisige Restaurants und … ein Bioladen, in dem man 100g Tee für 9,95 verkauft. Das einstmals in der Wrangelstraße beheimatete Quartiersmanagement ist weitergezogen, hier wird es nicht mehr gebraucht, die Gegend ist befriedet.

Der Bioladen hier in der Straße ist so wie alle Bioläden überall in der Stadt sind: Ein wenig zu teuer, ein wenig zu exklusiv, rettet aber immer die Welt und man hat ein gutes Gefühl beim Beruhigen des schlechten Gewissens, weil man am letzten Monatsende doch wieder keinen fair gehandelten Kaffee gekauft hat, sondern mal wieder nur die Rondo-Brühe von Aldi.

Noch ist ist Mischung recht cool hier in der Wrangelstraße, neben türkischen Nussläden, Billig-Asiabutzen, Gerümpelläden, verschiedenen Supermärkten, vor denen die Trinker sich den Tag schön trinken, und den – bisher noch vereinzelten aber sich stetig vermehrenden – neuen Schickiläden, die einen Ausblick darauf geben was da noch kommen wird, wenn die Geringverdiener hier endlich mal alle weg sind und man damit beginnen kann, die Dachgeschosse auszubauen.

Biotopia setzt auf Zukunft, denn so sieht sie aus, so wird sie sein. Hier im Wrangelkiez, dem ehemaligen allerletzten Arscheck Kreuzbergs vor der Mauer.