Shazadi

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Shazadi, pakistanisch, Prenzlauer Berg

Neulich eröffnete an einer Ecke in Prenzlauer Berg ein pakistanisches Spezialitätenrestaurant. Diese Ecke ist unglückselig, da weitab von zahlungskräftiger Laufkundschaft in Form der zahllosen Prenzlmütter, die  tagsüber ein paar Blocks weiter Richtung Helmholtzplatz oder Stargarder Straße das Elterngeld oder das Gehalt des Ernährers in Kokos-Latte Macchiato umsetzen.

An dieser Stelle hat jahrelang ein Grieche vor sich hin dilletiert, trotz ordentlichen Beginns geriet er in die hier übliche Abwärtsspirale „Kaum Kunden -> schlechtere Ware -> noch weniger Kunden -> noch miesere Waren -> keine Kunden mehr“ und starb schließlich ab, damit es ein Pizzabäcker versuchen konnte, weil es hier in der Gegend nur etwa 25.000 Pizzabäcker gibt und das bei weitem nicht reicht.

Der Pizzabäcker hielt daher nur einige Monate durch und jetzt versucht es ein Pakistani.

Oje.

Der Anfang ist furios wie so oft. Hervorragende Waren, tolle Gerichte, ein sehr guter Brunch, charmanter Service.

Dieser Brunch, der am Sonntag von 10.30 bis 15.30 angeboten wird, fällt mit 7,50 € im Lichte der sechs warmen und geschmacklich hervorragenden Hauptspeisen auf dem Buffet sehr günstig aus, was leider dazu führt, dass sich gerne mal eine verfettete großkotzige Proletenfamilie aus dem eher bildungsfernen Milieu für die kompletten fünf Stunden Brunchzeit hier niederlässt, dickleibig, rotgesichtig, großporig, ausgestattet mit der widerlichsten aller berliner Kodderschnauzen die Füße auf die Stühle bettet, flanierenden Passanten hinterheräfft und für ihre 7,50 € pro Person der Meinung ist, jetzt endlich mal wieder gegenüber der sichtbar über Migrationshintergrund verfügenden Servicekraft den großdeutschen Kolonialfürsten raushängen lassen zu können. Diese Freibiergesichter und fleischgewordenen Negativbeispiele für komplette Absenz von Anstand und Contenance fräsen sich stundenlang wie ein durchschnittlicher Betriebsrat durch das Buffet und quälen jene Gäste, die sich nicht weit genug weg gesetzt haben, mit RTL-II-gestählter Unterschichtenlyrik bevor sie exakt zum Ablauf der regulären Buffetzeit fettgefressen weiterziehen in den Garten, wo sie dann mit Tante Lilly den Fleischlappen von Lidl auf den Grill hauen, weil „dit da bei die Kaffer nich schmeckt“.

Woanders würden die rausfliegen, höchstwahrscheinlich sogar mit Prügel, hier lächelt der Gastgeber und duldet still. Bewundernswert, diese Ruhe.

Nun, ich für meinen Teil komme gerne wieder, jedoch nur wenn ich vom weitem sehe, dass diese fürchterlichen Menschen, deren Anblick mir den Sonntag versaut hat, einen anderen Ort mit ihrer Anwesenheit beschmutzen.