Hayat

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Hayat, Fischlokal, Neukölln

Neukölln also. Das ist der Bezirk, von dem mir die Bild-Zeitung vom Nebensitz der S-Bahn entgegenschreit, dass dort nur Migranten und Kriminelle wohnen und ich totgemacht werde von turbantrangenden Taliban mit tiefhängenden Tora-Bora-Bärten oder von großen goldkettenbehangenen Großmäulern mit Giletteklingen unter den Achseln breitbeinig in Schnellfickerhose aufgemischt werde nachdem man mir die Turnschuhe weggenommen und die Unterhose über die Jeans gezogen hat.

Bibber.

Hilfe, Neukölln, rette sich wer kann vor diesem dermaßen übel beleumundeten Bezirk, in dem die Perspektivlosigkeit von den speckigen grauen Fassaden tropft, der Scheck von der Stütze noch am gleichen Tag im Daddelautomaten der nächsten Eckkneipe bei Pilsette und Korn versenkt wird, niemand außer den Straftatbeständen Betrug, Raub, Einbruch und Körperverletzung irgendetwas zustande bringt und muselmanische Migrantenfamilien mit ihren fünfzig Kopftuchmädchen pro Familie dafür sorgen werden, dass unsere Töchter demnächst Arabisch als Muttersprache lernen und Fatima heißen müssen, wenn sie nicht vorher am Dönerspieß gegrillt und an die Hammel verfüttert werden.

Argh, was wäre der Deutsche nur ohne seine ständigen Ängste vor Dingen, vor denen man keine Angst haben muss. Ehec. Schweinegrippe. Vogelwahn. Rinderkrebs. Oder vor dem schönen Bezirk Neukölln, der völlig zu Unrecht multimedial gedisst und immer dann von der Mottenkiste auf die Titelseite gezerrt wird, wenn nicht gerade Weltmeisterschaft ist und man von irgendwas ablenken muss.

Merke: Wird Neukölln gedisst steigen wahrscheinlich die Krankenkassenbeiträge und eine Bank wird gerettet.

Zur Sache, Schätzchen: Im Hayat gibt es frischen Fisch aller Sorten, sagt man, was selten ist in Neukölln. Ich für meinen Teil habe nur zwei Sorten gesehen, Dorade im ganzen Leib und Lachs als Filet. Das ist okay, sorgt aber vom Sortiment her nicht zwingend für orgastische Begeisterung.

Und ich bin auch von der Umsetzung nicht wirklich begeistert. Das Hayat hat mich bei einem einzigen Besuch gleich mehrfach geärgert, denn es gibt Dinge, die tut man einfach nicht:

Man bietet nicht großspurig ein angeblich größeres Stück Fischfilet zum deutlich höheren Preis als auf der Karte an, welches sich beim Servieren als optisch dem Werbebildchen für den geringeren Preis entsprechend entpuppt.

Man lässt sich in einem fast leeren Lokal für ein schnödes Filet, das jeder Minderbegabte in fünf Minuten anbraten kann, nicht eine quälende halbe Stunde Zeit mit der Zubereitung, um dann ein erwartungsgemäß völlig ausgetrocknetes Ergebnis zu präsentieren, welches zu allem Überfluss an einigen Stellen verbrannt und – wenngleich ohne Haut – noch nicht einmal vom grauen Lachsfett befreit ist.

Man biete nicht eine Beilage an, deren Bestandteil nur trockener Reis mit einigen Alibi-Erbsen ist, was maximal zusammen mit dem Fisch verzehrt werden kann, aber alleine ohne Fisch in Klumpen schon vor dem Rachen stecken bleibt.

– Man berechne sich bei Selbstbedienung nicht eigenmächtig 50 Cent Trinkgeld und hat dann auch noch keinen Euro Wechselgeld in der Kasse.

Nein, ich würde nicht so weit gehen zu behaupten dass das Hayat ein Lichtblick auf der Karl-Marx-Allee ist. Das was hier angeboten wird bekommt man woanders schneller, besser, günstiger.