Yoko Sushi Pankow

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Yoko, Sushi, Pankow

In Prenzlauer Berg gibt es keinen Sushi-Lieferservice, der wirklich herausragend ist.

Vielleicht ja in Pankow.

Haha sicher. Gutes Sushi in Pankow. Wollankstraße. Ausgerechnet da. Zwischen Chinanudelbutze und Hackfleischdöner.

Dann schon eher in Frankfurt/Oder.

Oder in Jarmen an der Peene.

Rumänien.

Moldawien.

Archangelsk.

Pjöngjang.

Ich bestelle trotzdem und was kommt ist kein gutes Sushi. Natürlich nicht. War klar.

Es sind ganz lieblose Rollen, mit offensichtlichem Abscheu behandelt von jemandem, der Essen hassen muss, in drei Boxen mit zu viel freiem Platz gepackt, danach geschüttelt, alles verrutscht, das macht aber nichts, denn sie sind eh schon von Haus aus ausgefranst, die traurigen Rollen, der Inhalt lugt wie Gedärme aus dem Bauch eines aufgeschlitzten Zombies, Mondreislandschaften, klumpenartig wurstig wulstig wölbend, von bis zu zentimeterlangen Schnittlauchstauden umwickelt, die wahllos auf die Reishülle gestreut wurden. Schön ist das nicht. Das Auge bricht mit.

Dann Sabotage. Meuterei. Einige fallen spontan auseinander, einige rollen sich aus Protest über ihre Behandlung wieder auf und entlassen ihren Inhalt in die Soße, selbst die Maki mit der Alge drumherum halten nicht was sie eigentlich halten müssten.

Egal. Es schmeckt sowieso nicht. Einige Rollen sind in einen abartigen Sesamkörnerteppich eingewickelt, der alles abtötet, was da vom Potenzial her sonst noch an Geschmack da sein könnte, aber sowieso nicht ist, weil selbst der Fisch, den man, wenn man ein bisschen was abpult, ohne die Ablenkung zu schmecken bekommt, seltsam fad ist, fast wie Tiefkühlware, die einfach hirnlos auftaut und geschmolzenes Eis in sich aufnimmt, um zu verwässern.

Schmeckt nach nichts.

Alles.

Thunfisch-Nigiri – nach nichts.
Das bizarre Entenfleisch in Reis – nach nichts.
Die Globuli-Jakobsmuschel im üppigen Reisbett – nach nichts.
Inside Lachsbauch – outside roher Lachs, normalerweise eine Bank wegen viel Fisch – schmeckt tatsächlich nach nichts. Wie schafft man das?
Auch der Aal, auch das normalerweise etwas, was man auch als völlig Talentfreier nicht wirklich falsch machen kann, weil das schon alles sowieso schon voreingelegt ist – nach nichts. Wie geht das?

Ingwer: Langweilig. Wasabi: Langweilig. Unagi-Soße (hier als süße Soße verkauft): Furchtbar.

Lichtblicke anyone? Ja, wenig, aber immerhin: Lachs-Avocado. Ganz nett. Kann man essen. Nicht ganz so schlimm wie anderes in den Boxen. Und die Nordseekrabben als Maki. Ganz nette Idee. Muss wegen mir auch nicht unbedingt ins Klo geschüttet werden. Aber sonst? Totalausfall. Ein Desaster. Der arme Fisch. Die arme Ente. Der arme Ingwer. Für so einen Scheißdreck das Leben gelassen. Ein Jammer.

Was noch? Natürlich die großspurig angekündigte Lieferzeit auch nicht eingehalten, aber das interessiert schon keine Sau mehr, denn der Flyer, auf den ich hereingefallen bin, ist schon längst unten in der Biotonne.

Was bleibt? Zu schlecht. Zu lieblos. Zu teuer. Seelenloses Essen. Hört bitte damit auf.