Sonnengarten Imbiss

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Sonnengarten Imbiss, Neukölln

„Manchmal muss ich leiden um zu spüren dass ich lebe“

Dieses Zitat einer umstrittenen Rockband kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn ich zielsicher eine der vielen ranzigen Berliner Imbißbuden ansteuere, in den dafür vorgesehenen endorphin- und dopamindurstigen Zonen des Hirns unbändige Urgewalt voller Geilheit auf das Trio Infernale namens Cholesterin, Fett und Kohlehydrate.

In der Regel enden solche Ausflüge in einem gesundheitlichen Desaster, es folgen Sodbrennen, Daueraufstoßen, Antriebslosigkeit, Selbsthass sowie Stunden später brennender Stuhlgang in einer Konsistenz von flüssigem Teer, in dessen Folge pro Sitzung mindestens zwei Papierrollen ihr kurzes erfülltes Leben lassen.

So endet solch ein Ausflug in die diversen kulinarischen Vorhöllen Berlins zumeist als klares Eigentor in gesundheitlicher, seelischer und auch finanzieller Hinsicht – vergleichbar am ehesten mit einem ungeschützen One-Night-Stand. Zuerst triebhaft zwanghaft notgeil, dann Schuldgefühl Ungewissheit Ekel Alimente. Oje.

Aber ich schweife ab. Der Sonnengarten Imbiß am S-Bahnhof Sonnenallee gehört den vernünftigeren Vertretern seiner Zunft, der den geneigten Kunden in der Regel ohne die oben dargestellten Nebenwirkungen satt zu machen vermag, aber nun auch nicht unbedingt die Krone der Imbißschöpfung darstellt.

Er ist quasi der Christian Wulff der Imbißkultur. Ein absoluter Langweiler, der fleischklopsgewordene Durchschnitt, aber selten hat das Attribut „solide“ so gut gepasst.