RIDS – Rin in die Schrippe

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RIDS – Rin in die Schrippe, Imbiss, Friedrichshain

Die mit Abstand abartigste Mahlzeit habe ich kürzlich am S-Bahnhof Ostkreuz gegessen.

Es handelte sich um eine Ketwurst mit scharfem Ketchup und warmer Käsesauce. Also diejenige perverse Art warmer Käsesauce, die man gemeinhin im Kino und sonst leider nirgendwo findet, was wahrscheinlich auch besser ist, weil da mit Sicherheit nur ein Bruchteil echter Käse und dafür jede Menge Chemie drin ist, weswegen der Junk auch so verdammt gut schmeckt.

Ketwurst ist eh so ein Phänomen. Kommt aus dem Osten, denn et jab ja nüscht damals, schon gar keine Zutaten für einen regulären Hotdog, also musste man improvisieren, stopfte eine Wurst in eine Schrippe, tat Ketchup aus volkseigener Produktion der tschechoslowakischen Genossen dazu und gebar die Idee der Ketwurst, von deren Namen Wikipedia behauptet, dass er aus Ketchup und Wurst zusammengesetzt sei, was zugegebenermaßen sehr nahe liegt.

Das mit dem Abartig im Zusammenhang mit einer von mir eingenommenen Mahlzeit ist im Übrigen positiv gemeint und bezieht sich nicht auf die Zutaten sondern auf die Kombination derselben. Die Wurst ist zweifellos gut, das Brötchen fluffig, großzügig groß und perfekt geröstet. Und der Ketchup ist dazu schön scharf und wird weder zu hoch noch zu gering dosiert.

Nun ja, und für 20 Cent extra gibt es noch diese perverse Käsesauce dazu, eine Kombination, die sich nur ein Irrer ausdenken kann – also ein irrer Genialer, denn die Kombination ist krank, eigentlich sogar pathologisch, aber funktioniert auf ihre Art.

Mit Nahrungsaufnahme zum Zwecke der Lebenserhaltung im eigentlichen Sinne hat das natürlich nur noch im Entferntesten zu tun, aber das macht nichts, wenn man sich ehrlich und aufrichtig Junk Food reinkloppen will.

Ich möchte das nicht allzu oft essen, sonst wird nachher noch meine Haut grün und mir wachsen Antennen aus der Stirn oder ein zweiter Penis auf der Brust, aber manchmal geht das – sogar sehr gut.