Burger King Landsberger Allee

img_20190112_1018435920942477237525644.jpg

Burger King Landsberger Allee, Prenzlauer Berg 

Es gibt wenig Farbe oder anderes stimmungsaufhellendes in dieser selbst für Berlin potthässlichen Gegend, welche dominiert ist von verfallenen Lagerstätten, in denen nicht einmal ein Pfennigladen überlebte, unmotiviert sanierten Plattenbauten, in denen Behörden stationiert sind, die dorthin wahrscheinlich ihre missliebigen Mitarbeiter strafversetzen, schnell hochgezogenen unfassbar banalen Glas-Beton-Hotels für Billigtouristen von easyjet, einer traurigen Ladenpassage, in deren Läden mit Ausnahme von Baby-Walz keiner kaufen will, einem Dönerladen, der seit anderthalb Jahren stur und konsequent auf der Ekelliste des Bezirksamts Pankow gastiert, fiesen Chinapfannen, in denen sich die noch fieseren Visagen der Schwarzkippendealer tummeln und ganz furchtbar traurigen seit Ostzeiten unsanierten unverputzten grauen Wohnsilos, von deren verrosteten Balkons noch merkbefreit die verdreckten Deutschlandflaggen der vorletzten WM hängen.

Natürlich hat auch Kaufland an diesem Ort passenderweise einen seiner architektonischen Gulags aus Stahl und Wellblech hingesetzt und gibt dieser Gegend damit optisch den endgültigen Rest.

Sibirien. Ein eisiger Wind weht. Da will man nicht hin, da will man weg.

Wenn der Burger King also in dieser Gegend das einzige architektonische, kulinarische und atmosphärische Highlight darstellt, sagt das für sich gesehen schon einiges aus.

Heute wird der doppelte Steakhouseburger gegeben.

Dieser versucht durch einen eigens kreierten Bun zu bestechen, welcher jedoch optisch und konsistenziell stark gewöhnungsbedürftig ist. Er erinnert unvermittelt an einen Schwamm, den man jedoch zu Spielwürfelgröße zusammenkneten kann, ohne dass er sich wieder entfaltet. Immerhin. Auch eine Leistung. Kann nicht jeder. Wer schon einmal Weißbrot aus dem angelsächsischem Raum gekostet hat, darf sich an dieser Stelle gänsehautüberzogen schütteln.
Mit seinen Zutaten in Form der zwei Paddies, Bacon und Röstzwiebeln ist diese Mahlzeit über alle Verhältnismäßigkeit mächtig, die überaus großzügig drapierte Mayonaise hebt den sehr wuchtigen Eindruck noch hervor und verhindert zugleich erfolgreich die tendenziell auflockernde Wirkung des beinhalteten Gemüses in Form von Eisbergsalat und Tomaten.

Es stellt sich deshalb unmittelbar danach die übliche, schon vom Long-Chili-Cheese und anderen Wuchtbrummen bekannte, Burger King-Trägheit ein, die körperliche Leistungen inklusive Sex für den Rest des Tages unmöglich macht. Selbst Lichtenberger Gerüstbauer dürften ihren Tageskalorienbedarf problemlos mit dieser einen Mahlzeit decken können. Für Normalsterbliche ist diese allerdings ein völliger Knock-out und nachhaltiger Motivationskiller für jegliche produktive Tätigkeit für den Rest des Tages. Nicht unbedingt eine Leistung. Muss nicht sein.

Die Pommes sind wie gewohnt fast schon bestechend gut, hier noch etwas verbessern zu wollen ist schwer. Sie kommen im Vergleich zum Restaurant zu den zwei goldenen Bögen stets knusprig und knackig daher, ohne dabei allerdings trocken zu sein. Reife Leistung. Sollte man mitnehmen.

Das Personal schafft es, trotz des täglich um die Mittagszeit fast unmenschlichen meist minderjährigen Publikumsandrangs freundlich und souverän zu bleiben. Definitiv eine Leistung, manch anderer würde bei diesen Massen an höchst anstrengenden Gästen mit ihrem Durchschnittsalter von elf Jahren Gewalt-, Mord- und Folterphantasien entwickeln.

Wenn sie dies jedoch tun, die freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dann merkt man es jedenfalls nicht.

Ja, kann man machen, das mit dem Burger King da oben im sibirischen Teil von Berlin.