Stargarder Burger

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Stargarder Burger, Prenzlauer Berg

Nach der Suppenwelle kommt jetzt die Burgerwelle. Kaum ein Straßenzug in Prenzlauer Berg, der nicht schon seinen eigenen Burgerbrater hat.

Vorher waren es die Suppenläden, in denen nie jemanden gesehen wurde außer der birkenstockbewaffneten Freundin der glücklosen Inhaberin, die nach dem drei-Wochen-Kurs BWL an der Volkshochschule auf die grandiose Idee zu diesem Laden kam, weil doch die Suppen der Freundin, deren Selbstständigkeit im hier so seltenen Berufszweig der Webdesignerin nicht so richtig zünden wollte, so superdupilecker sind.

Dabei steht doch fest, dass Suppenläden nie funktionieren können, weil:

  • Wer Suppen mag, macht die in der Regel selber
  • Wer Suppen mag, aber nicht selber machen kann, dem fehlt im Suppenladen die sattmachende Hauptspeise in Form eines halben Schweins auf Toast in Barbecue-Soße und Speckmantel.
  • Binse des Tages: Wer keine Suppen mag, der findet im Suppenladen nichts was er mag

Diese Suppenläden verschwinden also völlig zu Recht im Sinne der Marktbereinigung oder wandeln sich teilweise, wie hier in der Stargarder Straße, zu Burgerläden.

Der Burgerladen in der Stargarder Straße für seinen Teil wollte mal innovativ sein und hat sich den Namen der Straße gegeben. Innovativ – haha just kidding, den Namen der Straße in Burgerladennamen zu schreiben ist ungefähr so einfallsreich wie sich mit einem Notebook ins nächste Latte-Cafe zu setzen, stundenlang am kalten Kaffe zu zutzeln und bei einer Partie Solitär so zu tun als würde man kreativ arbeiten. Macht jeder hier, ist also öde.

Die Burgerse hier sind in Ordnung, es ist nur wenig daran auszusetzen. Leider haben wir auch hier wieder nur ein Tiefkühlpaddy, aber bis auf jenes ist der Burger in seinen Zutaten und in der Gesamterscheinung solide, fällt weder auseinander noch ist er trocken. Geschmacklich fällt er nicht hinter anderen Anbietern zurück. Okay.

Die Pommes sind zu meinem Bedauern wieder die üblichen Industriestäbchen, aber hier schafft man es, sie wenigstens halbwegs vernünftig zuzubereiten, was nicht viele können, das Produkt selber ist weder fettig noch keksartig. Sehr okay.

So lässt sich festhalten: Kann man mal machen, aber ich warte sowieso darauf, was nach der Burgerwelle kommt. Vielleicht schafft ja der Crêpe mit eigenen Läden eine Renaissance oder das Fischbrötchen. Ich für meinen Teil tippe eher auf TexMex-Fastfood, was ja hierzulande leider nur behäbig und stets dilettantisch versucht, Fuß zu fassen und dabei meist mehr schlecht als recht mexikanische Küche in deutsche Mägen bringt. Wir werden sehen.