Fellas

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Fellas, österreichisch, Prenzlauer Berg

Das Fellas ist eines der besseren Lokale der Gegend. Umso verwunderlicher, dass ich mal wieder alleine mittags hier sitze. Zur Stoßzeit. Um eins. Der vietnamesische Imbiss gegenüber platzt vor Gästen, hier sitze wieder nur ich. Um ein Mittagsmenu zu essen, das mit schlappen 7 bis 8 Euro zu Buche schlägt und wahlweise mit Suppe oder Dessert daherkommt.

Liegt es an der vollen Kanone Beastie Boys aus den Lautsprechern? Die ganz alte Scheibe. No sleep til Brooklyn! Für Nostagiker. Das ist nicht prenzlmütterkompatibel, kein Freejazz-Chillout-Basedrum-Trip-Hop und auch keine Weltmusik unterlegt mit den gesammelten Banalitäten von Sri Chinmoy. Eine Yoga-Ecke gibt es auch nicht und einen Sandkasten erst recht nicht. Und mit dem Kinderwagen kommt man nicht durch die extrem schmale Türe.

Das wird’s sein.

Am Essen kann’s nicht liegen: Extrem gutes Mittagsmenu mit manchmal etwas zu gewöhnlicher Suppe, aber für den Preis mehr als angemessen, das Fleisch immer perfekt gebraten, selbst das Schweinegeschnetzeltes saftig, nie trocken, da kann jemand einfach kochen und weiß was er da tut. Groß.

Vor dem Wiener Schnitzel verbeuge ich mich, es ist eines der besten dieser Stadt, selten so gut bekommen.

Der Espresso ist gleichbleibend gut, der Service ebenso ohne zu bemüht zu sein. Alles andere wäre auch blöd, wenn ich der einzige Gast bin. Würde ich mir verarscht vorkommen.

Im Endeffekt ist das Fellas ein unterbewertetes und massiv unterschätztes Lokal. Man sollte öfter hier essen. Besser geht deutsche Küche hier in der Gegend auf diesem Preisniveau nicht.