Nemo

img_20190112_1018435920942477237525644.jpg

Nemo, Feinkost, Weißensee

Ich finde Nemo.
 
Haha. Klasse Kalauer.
 
Ja, nicht wahr?
 
Heldenkind. Geh doch zum Karneval damit. Wo sind die Fakten?
 
Hier: Nemo sitzt in der Weißenseer Spitze, verkauft Feinkost, Weine und das ist alles eine ganz feine Sache. Ich kann die vielen verschiedenen Pasten empfehlen, das hervorragende Hummus, die Thymian-, Artischocken und Zuccinipasten, das ist alles ganz weit vorne und gar nicht mal so teuer wie ich anfangs befürchtete. Ich bin da gebrannt, denn immer wenn ich einen dieser Feinkostbüdchen vor irgendwelchen Supermärkten sehe und dort kaufe, fühle ich mich danach geneppt, wenn ich irgendwas um die 400 g Pasten mit ein, zwei Weinblättern und vielleicht noch eine gefüllten Peperoni wegschleppe und einen zweistelligen Betrag hingeblättert habe.
 
Nur, Freunde, Nemo, Buddy, ein paar Sachen wirken doch reichlich deplatziert. Was soll der Berentzen Appelkorn da oben im Regal neben dem anderen prekären Fusel? Und, naja, diese Stapel mit den riesigen blöden italienischen und immer so furchtbar trockenen Rosinenkuchen in diesen großen bunten Pappkartons mit Henkel (kein Plan wie die Dinger heißen) – kauft das wer? Ernsthaft? Ich hab so ein Ding nie jemand essen sehen. Das bringt immer nur irgendjemand irgendwem mit, den er hasst oder Verbrecher verscheuern das beim Schrottwichteln auf der nächsten Weihnachtsfeier. Uargh.
 
Die gute Käseauswahl und das freundliche Personal versöhnen mich aber wieder etwas. Für diese Gegend – gepeinigt von blinkenden Automatencasinos, verwaisten Cocktailbars, zugenagelten Schaufenstern, Hausfrauenpuffs und schmierigen Burgerbratern – ist Nemo immerhin ein großer Schritt nach vorne. Gut, dass ich ihn gefunden habe.