Louis

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Louis, österreichisch, Neukölln

Nun, es mag das größte Schnitzel der Stadt sein, aber damit hat es sich meines Erachtens auch schon. Der in der Tat völlig überdimensionierte Lappen war letztes Mal völlig durchsehnt, extrem fettig und teilweise sogar knorpelig, während die Panade geschmacksneutral und trocken daherkam. Unter dem Schnitzel sind Bratkartoffeln zu finden, die aber ebenfalls kaum gewürzt und dazu durchgeweicht sind. Geschmacklich und qualitativ ist das hier angebotene Schnitzel mittlerweile ganz klar auf Kantinenniveau.

Gut, wenn man nur den Anspruch hat, das größe Schnitzel von Berlin zu verkaufen, hat man das Ziel ganz klar erreicht, aus meiner Sicht sollte aber das Ziel sein, möglichst das leckerste Schnitzel zuzubereiten. Davon aber ist das Louis meilenweit entfernt.

Zugehört Freunde, Opa erzählt mal kurz vom Krieg:
Das Schnitzel vom Louis war vor etwa 10 Jahren, als ich es zum erstenmal kosten durfte, genauso groß aber deutlich besser, sowohl von der Qualität des Fleisches her als auch vom Geschmack der Panade (Kraska, reich doch mal bitte das Früher-war-alles-besser-Schwein rüber, ich hab hier 5 Euro).

Den für das Louis ganz klar zu konstatierenden Rückschritt im Schweinsgalopp erkläre ich mir so, dass der Laden eh meistens rappelvoll ist, so dass es völlig unerheblich ist, was man den Gästen vorsetzt, Hauptsache groß, fett und dick. Eben XXL-Fetisch in Reinkultur als Unkultur.

Ein Lichtblick ist der Kellner, der mit original Schmäh daherkommt und ein gewisses Unterhaltungspotenzial hat.

Vor 10 Jahren hätte ich 4 Sterne locker gemacht, heute reicht es nicht mal für 3. Sorry Louis.