DHL

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DHL, Versanddienstleister

Hurra, ich bin der Spielverderber. Alle finden DHL scheiße, ich finde DHL gut, zumindest den Zusteller, der für mich zustellig … zuständig ist. Der macht alles das nicht, was andere Stümper wie GLS, Hermes oder sonstwer machen, um mich in den Wahnsinn zu treiben:
 
Er klebt keine Zettel außen an die Haustür, wo sie wegwehen oder geklaut werden. 
 
Er macht das schon gar nicht mit Klebestreifen, die nicht mehr abgehen und die Haustüre irgendwann aussehen lassen wie die Wand einer Scheißhauskabine in der Schule. 
 
Er gibt Pakete wenn möglich beim Nachbarn oder bei der umliegenden Gastronomie ab anstatt mich bei der Postfiliale des Grauens zum Abholen antreten zu lassen und erspart mir damit abgestorbene Nervenzellen, Wutausbrüche und Amokläufe in der schlimmsten Warteschlange dieses Planeten. 
 
Er klingelt wirklich und gibt das Paket auch tatsächlich ab, wenn man zuhause ist. 
 
Er und sein Verein haben noch nie ein Paket vergurkt, verloren, geklaut oder sonstwie vernichtet. 
 
Er grüßt und lacht. 
 
Keine Ahnung, was es bei DHL noch zu lachen gibt – wahrscheinlich genauso wenig wie bei allen anderen Zustellern -, aber dem Typ scheint echt die Sonne aus dem Arsch und ich bekomme gute Laune, wenn er mir ein Paket bringt. Das macht er seit vielen Jahren hier im Kiez und mich freut das. 
 
Die gute Laune relativiert sich aber wieder genau dann, wenn die mißmutige herbstgraue Frau von der Deutschen Post lustlos das Treppenhaus hochgeschlurft kommt und mir unter stillem Protest eine Sendung überreicht, die nicht in den Briefkasten gepasst hat.
Dabei schnauft sie absichtlich so laut als habe sie soeben mit Bleigewichten beschwert und von mir mit einem Köcher Dartpfeilen beschossen die Eiger-Nordwand bezwungen und macht dazu noch ein vorwurfsvolles Gesicht, als sei ich persönlich für ihre völlig verfehlte Berufswahl verantwortlich und habe nicht besseres zu tun, als jeden Tag absichtlich möglichst dicke Sendungen anzufordern, die nicht in den Briefkasten passen, damit sie die Treppe hinaufschlurfen muss, weil ich sie nämlich hasse. Und nur sie.  
 
Nein, buah, unsere Postfrau, die schlechtgelaunte Frustbeule mit ihrem 700-Jahre-schlechter-Sex-Gesicht. Argh. Krise. Immer wenn die da war, geht es mir so miserabel wie sie aussieht und ich bestelle dann unverzüglich mutwillig irgendetwas im Internet, was mit DHL geliefert wird – Sockenwärmer, Heizdecke, Strapse, egal, irgendwas, nur um wieder gute Laune zu bekommen, wenn der freundliche DHL-Mann am nächsten Tag vor der Türe steht.