Wochenmarkt Seelower Straße

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Wochenmarkt Seelower Straße, Prenzlauer Berg

Ich bin ja froh, dass es so etwas noch gibt. Ein echter Markt mit echten Marktständen. Aus der Region.

Ich bin ja wundgescheuert von Braeburn Äpfeln vom Ende der Welt. Warum müssen die aus Neuseeland kommen? Ich verstehe das nicht. Brandenburg geht doch auch. Aber wahrscheinlich durchschaue ich einfach das raffinierte Konzept nicht. Irgendeinen Sinn muss das ja haben, Continerladungen dämlicher Äpfel durch die halbe Welt zu karren, um sie dort zu verkaufen, wo auch Äpfel wachsen. Bestimmt. Ganz sicher hat das einen Sinn.

Der einzige Stand, den ich hier öfter mit meiner Kaufwut belästige, ist der von Nudel & Co. Die frischen Nudeln sind sensationell und schlagen alles, was man hier in der Gegend in Restaurants oder in den diversen Biomärkten an von Waldorfschulenkindern selbstbetanzter Pasta so bekommt.

Gut, auch die sehr guten Waren des Biogemüsestands lassen das Angebot des benachbarten Rewes geschmacklich weit hinter sich. Das ist aber auch nicht schwer.

Alles übrige ist gewöhnungsbedürftig und nicht so gut wie der Großstädter das erwartet und aufgrund der großen Konkurrenz auch erwarten kann. Das Brot ist immer einen Tick weniger frisch als von Bäcker Siebert um die Ecke, manche Früchte sehen eine Spur bemitleidenswerter aus als vom Rewe nebenan und der Käse ist weit weniger aromatisch als von De Goey in den Schönhauser Allee Arcaden.

So bleibt es dann bei Nudeln und ein wenig Biogemüse, wenn ich hier mal über den Markt cruise.

Da kann man doch mehr draus machen, denke ich dann. Bessere Qualität, besser, besser, besser, immer besser als der scheiß Rewe nebenan. Und den Käse im Wagen besser kühlen, vor allem im Sommer. Und dafür sorgen, dass der Roquefort so schmeckt wie er schmecken soll und nicht nach alter Laufsocke ohne Salz. Wie schafft man so etwas? Unessbar.

Besser werden.

Sonst straft der verwöhnte Bioadel des Bezirks euch mit Missachtung. Und ich auch.