Brasserie am Gendarmenmarkt

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Brasserie am Gendarmenmarkt, französisch, Mitte

Wenn ich mal die Schnauze voll habe von Kodderschnauzen an Currywurstbuden, dreisten Dummdödeln an Dönerständen oder mauligen Minihirnen bei McDonalds, sondern einfach gut essen und dabei gut behandelt werden möchte, dann ist die Brasserie am Gendarmenmarkt mein Ort dafür.

Da schwebt immer ein guter Geist um mich herum, fragt, ob mir das Essen geschmeckt hat, gießt nochmal das Wasser nach, zelebriert perfekt vollendeten, dabei trotzdem unauffälligen Service, ist schnell und auch bei vollem Haus nie genervt und das auch, wenn der Pöbel in Jeans und Turnschuhen wieder nur das günstige Mittagsmenü gegessen hat. Es gibt ja so wenige Lokale, an denen man sich willkommen fühlt, aber hier ist so eines, das noch lebt wie man mit Gästen umgehen sollte.

Der Koch kann nicht nur kochen, sondern manchmal auch zaubern, so dass man kaum glauben mag, dass man gerade nicht nebenan bei Meister Kleeberg, sondern in der verhältnismäßig – also mit Blick auf das eher hochpreisige Umfeld – günstigen Brasserie sitzt. Ja, jedes mal herausragend und ich kann mich jedes mal darauf verlassen, dass es auch so bleibt.

Das Beste jedoch sind die freilaufenden einreihigen Pinguine aus den umliegenden Büros, die hierherkommen und sich im Rudel wichtig tun. Die sind im Preis inbegriffen und man muss ihnen auch keine Erdnüsse oder Sardinen zuwerfen, die füttern sich ganz alleine. Prachtburschen.

Danke, nein, prima, ich brauch das manchmal, hier ist es schön, hier erhole ich mich von den Zumutungen dieser Stadt, die mich manchmal schlaucht. Nicht immer, nicht immer so oft, aber immer gerne.