Desha Lokanta

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Desha Lokanta, Imbiss, Alt-Treptow 

Mitten in der Gastrowüste Alt-Treptow gibt es einen grundehrlichen Pappsattmacher, der nicht mehr ist als er vorgibt zu sein.

Er ist nicht wirklich gut, aber billig, und liefert sich schon seit Jahren einen geradezu verbissen-ruinösen Preiskampf mit dem gegenüberliegenden Welt des Essens , das aber ums Verrecken nicht eingeht.

Und so geht der Preiskampf immer wieder in eine neue Runde, mit Spannung beobachtet von Schnäppchenjägern aller Art auf der Jagd nach billigem Mampf.
Es ist wie Rocky gegen Apollo Creed und vielleicht liegen hier auch bald beide auf dem Boden. Fast ist zu vermuten, dass der Preiskampf noch zurückreicht in das 19. Jahrhundert, nur dass sich damals wahrscheinlich die „Hugenottenklause“ und das „Landserstübchen“ feindlich gegenüberstanden. Wer weiß, vielleicht sind das auch verfeindete Clans aus der Zeit der Religionskriege, deren Fehde sie ungebrochen bis heute durchziehen.

Nein, easy, hier funktioniert der freie Wettbewerb, zumindest mit Blick auf das Portemonnaie des Kunden, wobei die Frage im Raum steht, wovon sich die Inhaber angesichts der extrem knappen Margen ernähren.
Pizzen gibt es teilweise für 1,80 und Pasta teilweise schon ab 2,20. Wie zum Henker rechnet sich das angesichts von mindestens 4 Mitarbeitern zur Mittagszeit?

Wer dabei übrigens geschmacklich einen Gaumenorgasmus erwartet, der glaubt auch dass die D&G-Gürtel auf dem Polenmarkt von Slubice original sind. Die Mahlzeiten sind okay, aber alles andere als mitreißend. Man geizt nicht mit Geschmackträgern in Form von Fett bzw. Sahne, daher ist der Schuppen nicht ansatzweise diätkompatibel. Aber macht pappsatt, ganz klar.

Mal sehen, ob unsere Urenkel einmal miterleben werden, wer diesen Preiskampf um die Mägen der Bevölkerung von Alt-Treptow letztendlich gewinnen wird. Ich glaube ich erlebe da eher die Entscheidung, ob die Senftube im Hamburger Hafen oder der Reissack in China zuerst platzt.