San Mendoza

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San Mendoza, italienisch, Alt-Treptow 

Das San Mendoza im Park Center zu Treptow schwört auf Frontal- oder auch Brachial-Marketing, das man aus den Touristenstraßen diverser Mittelmeerländer oder von der eigenen Haustüre kennt, wo man mittels möglichst offensiver Ansprache des Opponenten im günstigsten Fall mittelmäßige Ware absetzen will.

Es gibt Gegenden wie z.B. der Vorplatz der Schönhauser Allee Arcaden auf welchem sich ein stets wechselndes offensiv auftretendes Spalier aus Zeitungsverkäufern, Handydrückern, Tier-, Kinder- und Naturschutzaktivisten, Scientology und zu Wahlkampfzeiten das Traurigste von allen – politische Parteien – zusammenfindet, was dem Passanten einen Spießrutenlauf abverlangt, auf den so manch Bundeswehr-Ausbilder neidisch wäre.

Ich mag das nicht. Ich mochte das noch nie. Ich werde es nie mögen. Man spürt schon instinktiv mit allen zur Verfügung stehenden Sinnen bis in die Nackenhaarspitzen, dass man über den Tisch gezogen werden soll. Anständige Dienstleister bzw. Gastronomen werben nicht so.

Sofern man es beim Flanieren im Park-Center nicht geschafft hat, sich dem aufdringlichen Brachial-Marketing zu entziehen und sich unvermittelt an einem der vielen freien Tische wiederfindet, hat man seine Freude mit halbwegs korrekter aber belangloser Pizza, mittelmäßigen Pasta und einem Salat, der strenggenommen eine Kriegserklärung ist. Für um die 8 Euro besteht jener Chefsalat genannte aus billigstem Eisbergsalat, einer in mitteldicken Schreiben geschnittenen Holland-Tomate, 3 Zwiebelhalbmonden und ein paar Spritzern Essigöl.

Vor diesem Hintergrund wundert mich dann auch die in geballter Verzweiflung getroffene erbärmliche Wahl der Marketingmethode nicht mehr.