Wiesenstein

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Wiesenstein, schwäbisch, Schöneberg

Viel Licht und ein wenig Schatten im Wiesenstein.

Es werde Licht: Die Maultaschen sind zweifellos das Steckenpferd des Lokals, in der normalen Variante mit dem Fleischbrät kommen sie zwar ein wenig zu salzig daher, was in der Kombination mit einer ebenfalls leicht zu salzigen aber sonst sehr guten kräftigen und meines Dafürhaltens handgemachten Fleischbrühe gelegentlich mal unangenehm werden kann.

Sie – die Maultaschen – sind aber als Hauptspeise in allen Varianten zu empfehlen.

Gut gemachte Vorspeisen findet man ebenfalls hier, vor allem die verschiedenen Schneckenvariationen sind rundweg gut, so wie der runde Obstler zum Espresso, der nicht brennt wie Fusel sondern fast zärtlich die Kehle streichelt.

Überbracht wird das alles vom Profi-Service in seiner geballten Freundlichkeit, Schnelligkeit, Serviceorientierung in diesem ganzen zuweilen leicht kitschigen aber dennoch irgendwie gemütlichen Ambiente.

Auftritt des Schattens: Ich würde leider vom Wiener Schnitzel abraten wollen, dessen Panade für seine irgendwas über 15 Euro zu dominant und zu feucht daherkommt sowie in seiner Beschaffenheit zu sehnig ist um gut zu sein, das gibt es anderswo deutlich besser und leicht günstiger. Dafür ist die Beilage – der zimmerwarme Kartoffelsalat ohne Mayonnaise, dafür mit Frühlingszwiebeln – sehr gut. Die Käsespätzle sind hingegen nur gut gemeint, da mit zu gut gemeint viel Käse serviert, ein zu mächtiges Ergebnis, das man nicht zweimal haben muss.

Dennoch bin ich ganz gerne hier, wenn ich mal hier bin, das Ambiente, der Service und die Maultaschen sind schon mal eine gelungene Basis für eine Küche, deren Bestreben, die noch vorhandene Luft nach oben irgendwann dann doch mal auszufüllen, ich gerne weiter verfolgen möchte.