Bagel Brothers

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Bagel Brothers, Bagels, Prenzlauer Berg

Literatur auf dem Rückzug in Prenzlauer Berg – im ehemaligen Eingang der Thalia-Bücherei – ein Sahnestückchen von Ladenfläche mit einem Laufkundschaftspotenzial von ca. 2 Millionen Kunden täglich – hat sich nun ein Bagel-Laden eingenistet, getreu dem Motto „Literatur raus – Fressen rein“ befindet sich Bagel Brothers damit voll im Zeitgeist. Na gut, einmal 5 Euro fürs Phrasenschwein und einmal fürs Früher-war-alles-besser-Schwein, is ja gut.
Nein, keine Sorge – der Geist kann eine Etage höher immer noch gefüttert werden, Thalia hat sich nur verkleinert.

Ich weiß das kommt jetzt überraschend, aber Bagel Brothers verkauft tatsächlich …. Bagels. Diese sind auch noch rundweg solide, wobei es aber noch besser geht, wie ich finde. Gegen die Qualität kann man nichts sagen, die Zutaten sind durchweg frisch und beanstandungslos.

Ich bin darüber hinaus sehr froh, dass ich nicht so viele Fragen gestellt bekomme wie bei Subways, sondern ich nur auf einen Bagel zeigen muss und er wird gemacht – ohne weitere Rückfragen, Namensrufe oder sonstigen Firlefanz. Ja, dafür muss man bei amerikanisierten Franchise-Ketten schon glücklich sein. Froh zu sein bedarf es mittlerweile wenig.

Das Personal ist amerikanisch-freundlich, aber zum Glück nicht übertrieben-hysterisch, es erreicht bei weitem nicht den Grad der Peinlichkeit wie im Hard Rock Cafe, wo man sich ernsthaft überlegen muss, hinter welchem Tresen man mit der Bedienung im Vollsuff irgendwann schon mal Zärtlichkeiten ausgetauscht hat, was eine solche Distanzlosigkeit rechtfertigen würde.

Für die volle Punktzahl ist mir Bagel Brothers aber doch etwas zu eindimensional, die Bagels einen Tick nicht gut genug und die Auswahl könnte etwas breiter sein. Aber der Ansatz stimmt – immerhin.