De Goey

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De Goey, Käseladen, Prenzlauer Berg

Wenn die Zeit mal wieder nicht reicht, um an die Friedrichstraße zur Galeries Lafayette zu fahren, aber trotzdem dringend guter Käse her muss, weil mit dem geschmacklosen Discounterkäse weder Käseteller noch Fondue noch Staat zu machen ist, dann geht auch De Goey in den Schönhauser Allee Arcaden.
 
Hätte De Goey nur holländischen Käse, würde ich dort nicht kaufen, weil immer nur holländischer Käse auf die Dauer ein wenig eintönig auf einem Käseteller daherkommt, aber wir haben hier zu meiner Freude auch die Klassiker der französischen und schweizer Käseproduktion, die man durchaus zum Champions League Finale reichen kann (merke: Altwerden erkennt man daran, dass zum Fußball statt Chips, Gummibärchen und Bier eine große Käseplatte mit gutem Weißwein, Walnüssen, Feigensenf und frischem Baguette gereicht wird und alle das gut finden – vor 10 Jahren hätte ich mich für sowas notgeschlachtet).
 
Für die exklusiveren eleganteren Aushängeschilder der französischen Käsekunst muss man nach wie vor an die Friedrichstraße fahren, hier in Bionadeland Prenzlauer Berg kauft niemand einen schon nach kurzer Zeit bei Zimmertemperatur laufenden Weichkäse für 15 Euro, dessen Haut man auch noch wegwirft, das rechnet sich einfach nicht, schon deshalb nicht, weil der nicht von biologisch abbaubaren indischen Kindern mit den Füßen gerollt wurde.
 
Aber den leicht gehobenen Standard, der die Käsetheke von Kaisers knapp hinter sich lässt und mit dem man durchaus bei Käsekennern (oder jenen, die so tun als ob) punkten kann, den bekommt man hier.
 
Manchmal reicht das auch, es muss ja nicht immer das Beste, Größte, Weiteste und vor allem Teuerste sein.
 

Ein Kommentar zu „De Goey

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