Curry 36

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Curry 36, Imbiss, Kreuzberg

Neben Konnopke am U-Bahnhof Eberswalder ist Curry 36 der zweite Curry-Kultbrater in Berlin. Allerdings stinkt Konnopke im direkten Vergleich ziemlich ab. An der Eberswalder Straße lebt man leider nur noch vom Ruf, Curry 36 hat dazu noch Substanz.

Jedes Mal nehme ich mir vor, den benachbarten Gemüsedöner von Mustafa zu probieren und jedesmal lande ich wieder bei der ollen aber bewährten Currywurst.
Curry 36 war in den letzten Jahren immer gut für eine Currywurst für den hohlen Bauch nach Mitternacht, wenn ich hungrig und ausgezehrt aus dem Huxleys über den Mehringdamm nach Hause musste und dem drohenden Hungertod in der U6 vorbeugen wollte.

Er ist so etwas wie der Audi unter den Wurstbratern – konstant solide, aber nicht spektakulär, die Wurst schmeckt immer sehr ordentlich, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass aufgrund des völlig irrationalen und für mich unerklärlichen Massenhypes keine Wurst länger als 10 Minuten auf dem Grill liegt, wonach sie ja stets nur noch verlieren kann. Wo andere Wurstbrater daher dem Kunden mangels Nachfrage ein zähes, verschrumpeltes und verkokeltes Ding andrehen müssen, das wie Meg Ryan seine beste Zeit schon lange hinter sich hat, ist diese Wurst hier immer nagelneu und wie aus dem Ei gepellt. Das bindet wiederum die Kunden, die Wert auf Bewährtes legen und keine negativen Überraschungen wollen. Ein Teufelskreis – wohl aber positiver Art für den Kunden und den Laden.

Das Verfehlen der vollen Punktzahl geht einzig und allein auf das Konto der Pommes, die man woanders um Welten besser bekommt. Ich nehme die Pommes aus Traditionsgründen quasi als Reminiszenz an eine proletenhafte Vergangenheit zwar immer dazu, aber sie sind nie wirklich gut. Vielleicht will man das ja auch gar nicht und legt den Fokus hier einseitig auf die Wurst als solches.

Den wirklich permanent großen Andrang egal um welche Tages- und Nachtzeit mache ich dem Curry 36 aus Prinzip nicht zum Vorwurf. Das wäre ja wie wenn man Robbie Williams seine ausverkaufte O2-Arena zum Vorwurf macht. (Was hinkt den da? Ist doch nicht etwa ein Vergleich?)

Ich spendiere im Ergebnis eine solide 4. Vielleicht schaffe ich es aber ja nächstesmal, Mustafa und seinem Gemüsedöner eine Chance zu geben.

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