Deux ou trois choses

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Deux ou trois choses, Lyoner Küche, Kreuzberg

Mut braucht es, ein Lokal zu eröffnen. Noch mehr Mut ist vonnöten, dabei andere Wege zu gehen, mal was auszuprobieren, zu spielen, zu schauen ob es funktioniert, nicht immer den gleichen Mist anzubieten, nicht die fünfzigste Burgerbude im Block, den hundertsten Sushiroller, die tausendste Dönerhütte, den millionsten Frozen Yoghurt…

Hier ist Mut am Werk. Deux ou trois choses – zwei oder drei Dinge mit dem Mut zu einem unglaublich sperrigen Titel.

„Lass uns mal treffen im … Dö U Troa … Di Da Tru Blö … naja weeste schon … dit französische Bistro da inner Köpenicker.“

Mutig ist es in der Tat, mal was anderes anzubieten, wie hier – Lyoner Küche, die gemeinhin sehr fleischhaltig und mächtig daherkommt und so gar nicht zum asketischen Kreuzberger Alternativmagen passen mag. Macht aber nichts, der Laden läuft offenbar ganz gut an bisher, feine Dinge gibt es hier zu essen, auch geldbeutelschonend als zweigängiges und in jeder Hinsicht spektakuläres Mittagsmenü für 7,50 Euro, handwerklich ganz weit vorne, man schmeckt, dass hier jemand etwas vom Kochen versteht, frische Zutaten verwendet und sich wohltuend davon abhebt, was anderswo so als günstiger aber leider nicht immer guter Business Lunch daherkommt. Keine Frage, ein schöner Ort zum essen, außergewöhnlich auch, wenngleich nicht so ganz konsequent die Lyoner Linie mit Schrecklichkeiten von Blutwurst über Nieren bis Pansen gefahren wird, was vielleicht auch ganz gut so ist.

Ich wünsche diesem kleinen, wunderschönen Lokal und seinem freundlichen teils sogar französischen Personal viel Erfolg und würde mich freuen, wenn man hier trotz des sicherlich bald noch stärker einsetzenden gastronomischen Erfolgs nie beginnt abzuheben.