Intertank

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Intertank, Kneipe, Kreuzberg

4 Nostalgiesterne für das Intertank. Die Kreuzberger 80er-Jahre eines Herrn Lehmann leben hier weiter und das jeden Abend. Wahrscheinlich hat man das Intertank sogar als Inspiration für das „Einfall“ aus dem Film „Herr Lehmann“ genommen.

Hier überrascht nichts und das konsequent seit den 80ern: Die Perspektivlosigkeit tropft von den Wänden, im Raum addiert befinden sich immer um die 27.000 Semester Langzeitstudium aller Fachrichtungen, die Klos sind beschissen, die Gespräche niveaulos und der Boden klebt. Aber ich find’s geil, weil ich in dem Schuppen schon vor 15 Jahren abgehangen bin und der da genau so aussah. Ich glaube man hat seitdem kein Poster abgerissen bzw. irgendwas neu aufgehangen. Das sind gut konservierte 80er-Jahre, hier atmet man im lebenden Museum die Geschichte des alten Kreuzberg zu Mauerzeiten.

In Sachen Alkoholika ist der Laden stets sehr gut sortiert, Punkrock kickt den Arsch, der Barkeeper ist immer eine geschmeidig coole Sau (an welcher Uni casten die diese Typen nur?), die ständig wechselnden Mittrinker sind wechselweise kumpelhaft-herzlich-weinerlich-witzig und irgendwann um Mitternacht herum kommt die Stullen-Oma in den Laden, lacht ihr mitreißendes Lachen und rettet einem das Leben mit Butterbrezel oder Mettstulle.

Allet dufte, allet tutti, allet Kreuzberg.

Fehlt nur noch Herr Lehmann. Aber der hängt wahrscheinlich wieder an der Grenze zu Ost-Berlin fest.