Roter Sand

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Roter Sand, Fischrestaurant, Schöneberg

Den Lobliedern auf den Laden kann ich leider nicht folgen.

Meine Fischplatte bestand größtensteils aus lieblos frittiertem (!) Fisch, dem man nicht mehr ansehen bzw. rausschmecken konnte, welcher Art er denn einst angehörte. Teils war er trotz Frittieren innen noch roh.

Als Anstandsdame hat man ein gebratenes Kabeljaufilet beigefügt, das ein einziger Beitrag wirklich überzeugen konnte, da ich es von der Majo fernhalten konnte. Diese Majo war irgendwie rot eingefärbt, was sich geschmacklich aber überhaupt nicht niederschlug, aber natürlich das übliche Majo-Völlegfühl erzeugt, das wir von der Imbissbude kennen. Die frittierte Panade des Fisches hinterlässt in Kombination mit dieser fettigen Majo eine Mischung, die man spontan schnell mit 1,2,3,4 Obstlern bzw. Grappa bekämpfen möchte. Daran hatte ich noch Stunden später meine Freude.
Den dazu gereichten, aus meiner Sicht völlig überflüssigen Eisbergsalat mit seinen Alibi-Tomaten und – Gurken zierte ebenfalls ein dicker roter Klecks, war es auch Majo? – keine Ahnung, jedenfalls ebenso geschmacksneutral.

Das Personal ist etwas zu gezwungen freundlich und für meinen Geschmack ein wenig zu aufdringlich, aber damit kann ich leben. Allerdings wird man geradezu zum teuersten Wein genötigt, der dann aber den Preis geschmacklich nicht rechtfertigen kann.

Die Speisekarte macht insgesamt zumindest preislich einen gehobenen Eindruck; ein Versprechen, das Wein und Speise zumindest bei meinem Besuch nicht halten konnten. Das Lokal hinterlässt bei mir ein schiefes Bild, selten sehe ich Anspruch und Wirklichkeit in solch einem Widerspruch.

Zugegeben, es war nicht grottenschlecht, aber für den Preis bekomme ich woanders deutlich Besseres.